Lockruf aus dem Osten

Marina Winder Presse

Thomas Notter wollte nie weiter als bis nach Görlitz. Die östlichste Stadt Deutschlands hat vieles, was Unternehmerherzen höher schlagen lässt. Noch ist ihre Anziehungskraft nahezu unwiderstehlich.

Quelle: St.Galler Tagblatt, 08.12.2012

Beinahe hätte ThomasNotter den Brief ungelesen ins Altpapier geworfen. Im letzten Moment sticht dem Chef der Notterkran AG der Betreff ins Auge: «Europastadt Görlitz/Zgorzelec – ein Standort mit hervorragenden Investitionsbedingungen ». Tiefe Lohnkosten, tiefe Bodenpreise und maximale Fördermittel. Der Oberbürgermeister der Stadt Görlitz hat den Brief persönlich unterschrieben, im Briefkopf prangt das Wappen der Stadt an der Neisse. Notter liest weiter. Görlitz sei einer der interessantesten Erweiterungsstandorte in Mitteleuropa, heisst es.
Notter ist empfänglich für diese Worte. Eben erst ist der Ausbau seines Standortes im thurgauischen Rickenbach geplatzt. Ausserdem spielt er schon lange mit dem Gedanken, sein Unternehmen um einen Betrieb in Deutschland zu erweitern. «Um näher bei meinen Kunden zu sein.» Das ist ein Grund. Ein zweiter Grund sind die seit Jahren anhaltenden Währungsturbulenzen. Sie zwingen allen voran die Schweizer Exportindustrie, einen Standort im Euroraum aufzubauen.
Die Notterkran AG kauft Ladekrane und Hakengeräte und befestigt sie für ihre Kunden auf deren Lastwagen. Das 50jährige Familienunternehmen hat seinen Hauptstandort im aargauischen Boswil. Dazu kommen drei weitere Standorte in der Schweiz und unter dem Namen Eurogru ein Standort in Mexico City, wo Thomas Notter die Liebe hinführte. «Die Schweiz ist ohne Mexiko nicht erträglich und Mexiko nicht ohne die Schweiz», sagt der kernige Unternehmer. Und jetzt Görlitz? Notter entschliesst sich, in die Stadt zu reisen.

Der Einheitsputz ist verschwunden

Görlitz ist ein Kleinod im Osten Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg, als viele Städte Deutschlands zerstört wurden, blieb die Stadt an der Neisse verschont. Dieser Umstand trägt ihr heute 4000 Baudenkmäler ein, die in den letzten Jahren eines nach dem anderen mit Fördergeldern restauriert wurden. Auch die Fassaden der Privathäuser strahlen in frischen Farben, der Einheitsputz aus der DDR-Zeit ist grösstenteils verschwunden. Fremde fühlen sich in Görlitz schnell wohl. Die Stadt mit 55350 Einwohnern empfängt ihre Besucher mit einer unaufgeregten Freundlichkeit. Während immer mehr Reisende nach Görlitz kommen, gibt es für die Jugend kein Halten: Es zieht sie fort in grössere Städte oder ins Ausland, wo es mehr Arbeitsplätze gibt und die Löhne um ein Vielfaches höher sind.
Der grösste Arbeitgeber vor Ort ist der kanadische Schienenfahrzeughersteller Bombardier. Er beschäftigt in Görlitz 1450 Angestellte. In der Montagehalle steht die erste fertige Aluminiumhülle für die Lieferung an die Schweizerischen Bundesbahnen. Vor zwei Jahren setzte sich Bombardier gegen Siemens und Stadler Rail durch und gewann den Zuschlag für den sowohl für die SBB als auch für Bombardier historisch grossen Auftrag mit einem Volumen von 1,9 Milliarden Franken. 59 Doppelstockzüge wird das Unternehmen für die SBB herstellen. In Görlitz werden die Wagenkästen gebaut, in Villeneuve am Genfersee findet der Innenausbau statt. Neben der ersten Zughülle für die SBB steht ein Wagen für die Schwedische Bahn in der Montagehalle. Ansonsten ist sie leer, kein einziger Mitarbeiter ist hier an diesem Freitagvormittag anzutreffen. Das kalte Licht lässt die Halle noch grösser und die Leere noch trostloser erscheinen.
Bombardier musste wegen einer Auftragslücke Kurzarbeit ausrufen. «Ab Dezember wird hier wieder reger Betrieb herrschen », verspricht Eduard Janssen, der grossgewachsene Generalmanager am Standort Görlitz. Er hat den Betrieb im Frühjahr übernommen, zu einem schwierigen Zeitpunkt. Sein Vorgänger war nur knapp ein Jahr bei Bombardier gewesen. Dann wechselte er Knall auf Fall zu Stadler Rail und übernahm dort die Leitung des Standortes im thurgauischen Bussnang.

Notter kommt in Görlitz an

Lutz Thielemann und Mandy Kriese arbeiten für die Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH, eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Die GmbH gehört zwar der Stadt, agiert aber eigenständig. Sie empfangen Thomas Notter zu seinem ersten Termin in Görlitz, einer Powerpoint-Präsentation. Thielemann und Kriese zeigen dem Unternehmer aus der Schweiz, der konsequent Schweizerdeutsch spricht, die Vorzüge einer Unternehmenserweiterung in Görlitz auf.
Die Arbeitslosigkeit in Görlitz liegt bei 17 Prozent. Je mehr Arbeitsplätze Thielemann und Kriese durch ihre Arbeit generieren, desto höher fällt ihr Lohn aus. In der strukturschwachen Region fehlt es vor allem an mittelständischen Unternehmen. «Wohlstand erreicht man mit Mittelstand. Der ist aber nach der Wende weggezogen», sagt Sven Fiedler, Vorstandsmitglied bei der Volksbank Raiffeisenbank. Er ist oft dabei, wenn Schweizer Unternehmer bei der Wirtschaftsförderung zu Gast sind. Das führe zu einer empfindlichen Abhängigkeit von grossen Playern wie Bombardier oder Siemens, sagt auch Lutz Thielemann, Leiter der Wirtschaftsförderung. «Wenn es den Grossen schlechtgeht, bricht auch bei den Kleinen die Grippe aus.»

Halb so viel Lohn wie in der Schweiz

Als der Euro an Wert verlor und der Franken an Stärke zulegte, hatte die Görlitzer Wirtschaftsförderung eine zündende Idee. Für Schweizer Unternehmer müsste es jetzt doch besonders attraktiv sein, ihren Betrieb an einem Ort wie Görlitz zu erweitern. Die Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung setzten sich hin und entwarfen den Brief, den sie später an 2500 Schweizer Unternehmen sandten. Der Oberbürgermeister setzte sein Siegel drauf. «Wir werten die Aktion als Erfolg, wenn sich drei bis vier Unternehmen melden. Wenn wir Glück haben, kommt es daraus zu einer Ansiedlung », sagt Kriese.
Neben Thomas Notter ist jetzt auch der Basler Anlagenbauer SKAN der Versuchung aus Görlitz erlegen. Die SKAN AG gilt als Weltmarktführerin in den Bereichen Reinraum-Ausrüstungen und Bau von Isolatoren für die pharmazeutische und chemische Industrie. In Görlitz will sie 30 Stellen schaffen. «Lassen Sie unsere Unternehmer in Ruhe», hätten ihnen Menschen aus der Schweiz schon zugerufen, wenn sie an Wirtschaftsmessen präsent waren, sagt Mandy Kriese. «Wir sprechen jene Unternehmen an, die ihren Betrieb sowieso in Deutschland erweitern wollen», pflegt Kriese darauf zu erwidern. Aber auch von den Einheimischen müssen sie sich Vorwürfe anhören. Den Görlitzern gefällt es nicht, dass sie als Billigarbeitskräfte verhökert werden. «Die Schweizer zahlen hier für Görlitzer Verhältnisse sehr gute Löhne. Trotzdem profitieren sie von vergleichsweise tiefen Lohnkosten. So ist doch allen gedient», sagt dazu Kriese. Die Lohnkosten für einen gutqualifizierten Arbeitnehmer liegen in Görlitz bei etwa 35000 Franken im Jahr. Bombardier zahlt für einen Ingenieur in Görlitz gut 40000 Franken. In der Schweiz bekäme er gut das Doppelte.
Görlitz ist – noch – Ziel-1-Höchstfördergebiet der EU. Das heisst, dass der Aufbau eines Unternehmens mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen von bis zu 50 Prozent unterstützt werden kann. Dieses Geld stammt aus drei Töpfen: der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Sachsen. Die Höhe des Fördergeldes ist an die Zahl der Arbeitsplätze gekoppelt, die der Unternehmer schaffen will. Lutz Thielemann und sein Team von der Wirtschaftsförderung machen es interessierten Unternehmern leicht, sich in den Richtlinien für die Fördergelder zurechtzufinden. Auch die Banken sind gerne behilflich. Schon nächstes Jahr muss Görlitz damit rechnen, dass die Fördergelder markant zurückgehen. Grund ist die Osterweiterung der EU. Mit ihr verschiebt sich nicht nur die EU-, sondern auch die Armutsgrenze. Denn die neuen EU-Mitgliederdrücken das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in die Tiefe. Gebiete in Ostdeutschland, die bis jetzt das Schlusslicht bildeten, liegen damit plötzlich über der Förderschwelle von 75 Prozent.

«Es muss auch ohne Fördermittel gehen»

«Die Fördermittel waren wie ein Geschenk. Es muss aber auch ohne sie gehen», sagt Wirtschaftsförderin Mandy Kriese. Ein Unterfangen, das auf die Fördermittel baue, sei nicht nachhaltig. Das sieht auch Sven Fiedler von der Volksbank Raiffeisenbank so: «Die Fördergelder sollten nur das Zünglein an der Waage sein.» Fiedler ist überzeugt, dass Görlitz mehr zu bieten hat als Fördermittel. Er weist auf die «traumhaft schönen Wohnungen zu tiefsten Preisen, auf die gute Lage im Dreiländereck, die Nähe zu Dresden und die motivierten Mitarbeiter » hin. Die Produktivität der Arbeitnehmer hat sich in den letzten zehn Jahren um 57 Prozent verbessert. Das ist einer Folie aus der Präsentation der Wirtschaftsförderung zu entnehmen. «Die Mitarbeiter hier sind sehr motiviert, agil und veränderungsbereit », sagt Fiedler – und nicht etwa bequem, wie den Ostdeutschen nachgesagt wird. Das habe mit dem verlorenen Sicherheitsgefühl nach der Wende zu tun. Niemand hier denke «Ach, das klappt schon». Eher im Gegenteil. «Die Menschen schauen Erfolg als etwas Fragiles an, als etwas, für das man sich permanent anstrengen muss.»

«Alles hat sich glücklich gefügt»

Notter braucht nicht lange, um sich für Görlitz zu entscheiden. Die Fördermittel – er erhält 40Prozent – seien nicht ausschlaggebend gewesen, sagt Notters Marketingchef Tobias Heimpel. Vielmehr habe sich in Görlitz alles glücklich gefügt. So habe sich auf einen Bericht im Radio ein gebürtiger Görlitzer gemeldet, der auf Kranbau spezialisiert sei. «Wir haben ihn sofort als Geschäftsführer eingestellt.» Weniger einfach wird es werden, die nötigen Fachkräfte zu finden. Wie vielerorts ist der Fachkräftemangel in Görlitz akut. «Er wird Fachkräfte finden», sagt Lenz Finster, Geschäftsführer der Cideon Software GmbH. «Aber er muss sie suchen und sich um sie bemühen. Und es gibt sie nicht für einen Apfel und ein Ei.»
Die Cideon bietet Softwarelösungen für das Engineering an. Sie zählt 420 Mitarbeiter, hat eine Wachstumsrate von zwischen 10 und 15 Prozent und ist weltweit in 36 Ländern aktiv. Auch viele Schweizer zählen zu ihren Kunden, darunter die Stadler Rail, die SBB und die AFG. Finster gründete das Unternehmen im Jahr 1990 mit zwei Kollegen, «um uns Arbeit zu sichern». Statt der Vergabe von Fördergeldern hielte er eine steuerliche Begünstigung der Randregionen für sinnvoller.
Thomas Notter ist nicht der erste Schweizer, der dem Lockruf aus Görlitz gefolgt ist. Die Walzenhauser HBB Biegetechnik ist in Görlitz vertreten. Sie zählt zur klassischen Zuliefererindustrie für die grossen Unternehmen Bombardier und Siemens. Auch die Zürcher Qcentris GmbH führt in Görlitz ein Testcenter mit etwa 20Mitarbeitern.Der Züricher Markus Meier ist mit Benaja Websolutions bereits seit fünf Jahren in Görlitz. Er war einer der ersten Schweizer hier vor Ort. Er beschäftigt in Görlitz vier Mitarbeiter. 80 Prozent seiner Kunden stammen aus der Schweiz. Kunden aus Görlitz hat er nur wenige – darunter die Rondom Biegetechnik GmbH. «Für Schweizer Verhältnisse sind wir relativ günstig, für hiesige Verhältnisse aber sehr gut bezahlt», sagt Meier.

Polen setzen auf «Made in Germany»

Görlitz’ Anziehungskraft wirkt nicht nur auf die Schweizer. Mit der Personenfreizügigkeit ist der nahe gelegene deutsche Wirtschaftsstandort auch für Polen interessanter geworden. Das hat die Görlitzer Wirtschaftsförderung sofort erkannt. Sie versendet nun ihre Lockbriefe mit dem Siegel des Bürgermeisters auch in das östliche Nachbarland. Und um die Sprachbarriere zu überwinden, hat sie gleich auch eine polnische Mitarbeiterin angestellt. Trotz der höheren Kosten macht es für die Polen plötzlich Sinn, in Deutschland zu produzieren. Das zeigt das Beispiel des polnischen Unternehmens TP-elbud, das sich Anfang Jahr in Görlitz niedergelassenhat.TP-elbud beschäftigt in Görlitz 35 Mitarbeiter, noch Ende Jahr sollen es 50 sein. Sie stellen Schaltschränke für Siemens her. Geschäftsführer Marek Kaliga erzählt, dass der Schaltanlagenhersteller nach Saudi-Arabien expandieren wollte, nicht zuletzt, um dort Siemens zu beliefern. Erste Versuche seien aber gescheitert. Jetzt setzt Kaliga auf die Marke «Made in Germany». «Wir sind zuversichtlich», sagt der Pole. Die Fördermittel, die er in Görlitz erhält, seien für ihn nicht ausschlaggebend gewesen. «Sie sind das Sahnehäubchen», sagt er in leicht gebrochenem Deutsch.

«Der Täter wurde auf der Brücke gefasst»

Das Verhältnis der Deutschen zu den Polen ist belastet. Durch ihre Vergangenheit, noch nicht überwundene Sprachbarrieren und scheinbar zementierte Vorurteile. Eine junge Frau in Görlitz sagt, sie sei noch nie weiter als bis zur Mitte der Brücke gegangen. In den Görlitzer Polizeimeldungen ist der Ausdruck «Der Täter wurde auf der Brücke gefasst» eine Chiffre für die Polen. Diese Brücke, die erst vor wenigen Jahren wieder aufgebaut wurde, führt über die Lausitzer Neisse, die Görlitz seit 1945 vom benachbarten Polen trennt. Zgorzelec, die polnische Partnerstadt von Görlitz, war lange Zeit deutsch. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Grenzen Deutschlands neu gezogen wurden, ging Zgorzelec an Polen über und bildet seither eine eigenständige Stadt mit etwa 32000 Einwohnern. Zumindest die beiden Stadträte versuchen eine Annäherung. In der Bevölkerung hat sich diese Idee aber noch nicht festgesetzt.
Keine Berührungsängste kennt Markus Meier von Benaja Websolutions. Vor allem am Abend, wenn Görlitz manchmal wie ausgestorben wirke, sei auf der polnischen Seite noch viel los. «Polen macht Görlitz lebendiger», sagt Meier. Der Besuch bei Hanna Majewska, einer polnischen Mathematiklehrerin, die früher für ihre Schüler kulturelle Reisen nach Görlitz organisierte, gibt einen Eindruck davon, wie nahe Polen ist und wie weit doch entfernt. Ihre Adresse liegt eine zehnminütige Autofahrt vom Görlitzer Stadtkernentfernt. Doch ein Taxifahrer nach dem andern winkt ab. «Nach Polen? Ne sorry, geht nicht.» Nur ein Taxiunternehmen überquert die Grenze. Die anderen wollten sich den bürokratischen Aufwand, den die polnischen Vorschriften mit sich bringen, nicht antun, sagt der Taxifahrer. Umgekehrt dürfen die polnischen Taxiunternehmen auf deutscher Seite innerhalb eines bestimmten Umkreises verkehren.
Die Überquerung der Grenze ist der Eintritt in eine andere Welt. So wie Polen jetzt aussehe, habe Görlitz direkt nach der Wende ausgesehen, heisst es. Alte Fassaden, viele Blechbuden, ein unüberblickbares Chaos an Strassenschildern. Auffallend viele junge Männer laufen in Trainerhosen und mit der Kapuze über den Kopf gezogen die Strasse entlang. Es habe schon immer viele Ehen zwischen Polen und Deutschen gegeben, sagt Majewska. So kämen sich die beiden Nationen am ehesten näher.

Sie nennen sie «Ost-Klopse»

Nach mehreren Erkundungstouren hat sich Thomas Notter für einen Produktionsstandort im Industriegebiet Görlitz-Hagenwerder entschieden. Im ehemaligen Kohleabbaugebiet dominiert ein 33,5 Meter hoher pechschwarzer Schaufelradbagger die Skyline. Für ein paar Euro dürfen ihn Touristen besichtigen. Die Arbeitsplätze im Tagebau waren beliebt. Wenn sich welche über die Wende beschwerten, seien es ehemalige Tagebauarbeiter, erzählen die Görlitzer. «Ost-Klopse» nennen sie sie.
Hier, in der Nähe des Berzdorfer Sees, ein ehemaliges Baggerloch, hat Thomas Notter 80000 Quadratmeter Land gekauft. Insgesamt investiert er knapp vier Millionen Franken in den Aufbau in Görlitz. Am Anfang stellt er bis zu zehn Mitarbeiter an, später sollen es mehr als 20 werden. Der Bau von Montagehalle und Bürotrakt beginnt im kommenden Jahr, Betriebsaufnahme ist im Jahr darauf. Angst, dass die Schweizer Unternehmer bald alle an Görlitz vorbei nach Polen oder noch weiter in den Osten ziehen, wo die Preise noch tiefer sind, habe er nicht, sagt Sven Fiedler von der Volksbank Raiffeisenbank. «Görlitz hat noch ein paar Asse im Ärmel: Die gleiche Sprache, eine ähnliche Mentalität, eine gute Mischung zwischen Dynamik und Risiko. Und vor allem Rechtssicherheit.» Letztere gebe es in Polen erst ab einer bestimmten Unternehmensgrösse. Thomas Notter wollte nie weiter als bis nach Görlitz.